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Warum B-Zellen gegen den Strom schwimmen müssen

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2016 rief der Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) 2017 seine Mitglieder zum zweiten Mal auf, sich um das Paper des Jahres zu bewerben. Unter insgesamt zehn Bewerbungen mit einem durchschnittlichen Impact Factor von 11,1 wurden nun die besten drei ausgewählt. Zwei von ihnen, nämlich die mit dem ersten und dem dritten Platz ausgezeichneten Arbeiten sind aus Projekten des SFB 854 hervorgegangen.

Dr. Kerry Tedford aus dem Institut für Biochemie und Zellbiologie wurde für ihre, in Nature Communications erschienene, Arbeit „The opposing forces of shear flow and sphingosine-1-phosphate control marginal zone B cell shuttling“, mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Marginalzonen B-Zellen sind spezialisierte B-Zellen in der Milz, sie sind ein wichtiger Bestandteil der frühen Immunantwort gegen Krankheitserreger im Blut. Um Ihre Aufgabe optimal zu erfüllen, müssen Sie sich zwischen verschiedenen Regionen in der Milz hin- und her bewegen. Dr. Tedford konnte in Ihrer Veröffentlichung das erste Mal zeigen, dass die B-Zellen dafür auch die Fließrichtung und Geschwindigkeit des Blutes als Wegweiser nutzen. Außerdem wusste man zwar bereits, dass Sphingosin-1-phosphat (S1P) bei diesem Prozess eine Rolle spielt, doch die Forscherinnen und Forscher konnten erstmalig einen molekularen Mechanismus für die Rolle von S1P aufklären. Dies ist insbesondere deshalb bedeutend, weil S1P-vermittelte Signalwege das Ziel wichtiger Medikamente, beispielsweise gegen die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose, sind.